Die Kirche in Bockelwitz
Seit dem 12./13. Jahrhundert ist die Gegend um Bockelwitz christianisiert, und in einer Urkunde von 1306 wird die Gründung einer eigenen Bockelwitzer Kirchgemeinde bestätigt. Das frühere, fast 500 Jahre alte, Kirchgebäude wurde im Jahre 1797 wegen Baufälligkeit abgerissen und an gleicher Stelle – noch im gleichen Jahr (!) – die jetzige Kirche erbaut. In einem anläßlich der Feier zum zweihundertjährigen Bestehen des Kirchengebäudes 1997 von der Gemeinde herausgegebenen Heftes heißt es:
Über die neue Aufbauung der baufälligen Kirche und des Thurms zu Bockelwitz vermerkt im Bauanschlag von 1796 der Amtszimmermeister August Bormann aus Wermsdorf einleitend dies:
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- Die alte Kirche so anjetzo 38. Ellen lang und 18. Ellen weit, wird bis auf den Grund abgetragen, die sämtlichen Empor- Kirchen, Männer- und Weiber-Stände abgebrochen, die neue Kirche alsden auf den nehmlichen alten Grunde 38. Ellen lang 18. Ellen weit von besagten Grunde 14. Ellen hoch neu aufgemauert, der Simß nebst Gipsdecke gefertiget, die sämmtlichen Mauern inn- und auswendig berappt, abgeputzt, geweist und abgefärbt, auch der Gang neu gepflastert … Die Emporkirchen werden neu gemacht …
- Der Thurm wirt an den Giebel der Abend-Seite einmahl durchsichtig, von Holz verbunden, aufgesetzt, mit Bretern abgeschaalt und mit Schiefer gedeckt … Am 10. Dezember 1797 wurde die neue Kirche eingeweiht, eine Trauung und eine Taufe haben diese Feier gerahmt.
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Die Orgel in der Bockelwitzer Kirche ist besonders wertvoll: sie ist die einzige erhaltene Orgel des Leubener Orgelbauers Gottlieb Entzemann und wurde 1798 für 300 Taler erbaut. Nachdem ihr Wert nach dem II. Weltkrieg zunehmend erkannt worden war, wurde sie 1962 grundlegend restauriert und erhalten. Im Festgottesdienst am 14. Mai 2006 wurde die Orgel nach der letzten Erneuerung des Kircheninnern und der Orgelrestaurierung wieder geweiht, und nach dem anschließenden Gemeindefest gab es das erste Konzert: auf der restaurierten Orgel spielte KMD Schmidt aus Leisnig. Überhaupt ist in der Bockelwitzer Kirchgemeinde die Kirchenmusik fester Bestandteil der Gemeindearbeit: jede Woche montags ab 19.30 Uhr trifft sich der Bockelwitzer Kirchenchor und am Mittwoch ab 19.00 Uhr der Posaunenchor.
Interessant ist neben manchem anderen Bemerkenswerten ein gut erhaltenes Missale von Johann Spangenberg aus dem Jahr 1545. Es enthält etwa 650 nichtnumerierte Seiten, gegliedert in einen lateinischen und einen deutschen Teil. Spangenberg (1484–1550) hat sich als Geistlicher und Schulmann in Mitteldeutschland außerordentlich verdient gemacht und zahlreiche Schriften veröffentlicht. Im selben Jahr, in dem das Missale erschien, brachte Spangenberg "Zwölf christliche Lobgesänge und Leisen" heraus, und auch heute sind im Evangelischen Gesangbuch noch Strophen von Spangenberg enthalten. |
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