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  Wort zu Gründonnerstag / Karfreitag / 9. und 10. April 2020  
 
Karfreitag - etwa im Jahr 30 unserer Zeitrechnung. Noch heute zäh-len wir so: nach Christus. Auch die zählen so, die auf Christus nicht zählen.

Karfreitag – etwa im Jahr 30 unserer Zeitrechnung. Menschen stehen unter dem Kreuz. Die römischen Soldaten, die ihre Pflicht erfüllen. Die Flaneure, die sensationseifrig alles erhaschen wollen. Auch die Frommen haben sich eingefunden, denen Jesus schon lange ein Dorn im Auge war, die nicht begreifen können, dass da einer einfach ‚Vater‘ zu Gott sagte.

Karfreitag – etwa im Jahr 30 unserer Zeitrechnung. Nur wenige ste-hen zu ihm. Seine Mutter in fassungsloser Trauer und Johannes, ei-ner der Zwölf, der achtgeben wird auf diese Frau. Zuvor Simon von Kyrene, der ihm half, das Kreuz zu tragen, und später Josef von Ari-mathäa, der sich um den geschundenen Körper sorgen wird.

Karfreitag – im Jahr 2020 unserer Zeitrechnung. Längst hat man ver-gessen, dass er auch der ‚stille Freitag‘ genannt wird. Doch dieses Jahr ist Stille verordnet und Distanz und Kontaktsperre. Kaum auszu-halten - solche Stille! Menschen sorgen sich um sich selbst und um andere. Pläne wurden durchkreuzt und in aller Spannung immer wieder das Hoffen auf Entspannung.

Karfreitag – damals und heute. Damals die Dornenkrone und heute Corona, was übersetzt ‚Krone‘ heißt, verursachen Schmerz und Angst. Und zu jeder Zeit deshalb die Frage: ‚Mein Gott, mein Gott… warum?‘
Wir hätten gern Abendmahl gefeiert. Es ist uns heilig. Doch es ist uns jetzt nicht möglich. Es schreit zum Himmel… Jesus selbst schreit zum Himmel: ‚Mein Gott, mein Gott… warum?‘ Es ist und bleibt Karfreitag. Der Himmel schweigt.

Und doch: auch der Schrei des Leidenden hat noch einen Adressa-ten! Auch in der Einsamkeit hält Jesus daran fest, dass Gott ihn hört und wahrnimmt. Auch in der Isolation beharrt er darauf, dass da ei-ner ist: ‚Mein Gott, mein Gott!‘

Gott wird angerufen, beklagt, angeklagt. Die Verbindung ist nicht abgebrochen. Jesus zieht ihn in die Niederungen der Wirklichkeit hinein. Und mehr noch: Gott selber lässt sich rufen, fragen, anklagen. Er lässt sich ein auf das, was keiner will und jeder erleiden muss.
Das ‚Warum‘ bleibt und tut weh. Es ist die alte Frage nach dem Sinn von Leid und Schmerz. Warum diese Krise, diese unsichtbare Gefahr, diese Zeit ohne Gottesdienst und Abendmahl? Warum lässt Gott das alles zu? Karfreitagsfragen – bohrend, schmerzend. Wenn wir so fra-gen – existenziell nicht intellektuell -, dann beben die Fundamente unseres Lebens.

Doch was wir aus dem Karfreitag des Jahres 30 unserer Zeitrechnung in den Karfreitag 2020 mitnehmen können – jenseits frommer Worte und zu schneller österlicher Hoffnung -, ist das, dass auch bei Jesus die Frage nach dem ‚Warum‘ bleibt. Das macht ihn mir menschlich. Ein Bruder im Leiden. Ein Bruder im Fragen. Ein Mensch, der den Zweifel kennt und die Angst und den Schmerz. Ein Mensch, der Fra-gen und Zweifel, Klage und Trauer nicht für sich behält, sondern herausschreit in dem Vertrauen: Gott hört. Gott ist da. Gerade da, wo sonst keiner sein will mitten im Geschehen der Karfreitage damals und heute.
‚Seht, welch ein Mensch‘, sagt der Hauptmann unterm Kreuz am Kar-freitag im Jahr 30 unserer Zeitrechnung.

Und wir? Wir stehen diesem Menschen am Karfreitag im Jahr 2020 unserer Zeitrechnung manchmal ziemlich fern. Doch mit dem, was er selbst erfahren hat, kommt er uns nah – ganz nah.

Rafael Schindler, Zschoppach
 


Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen sind ausgesetzt,


Auf Grund der Verbreitung des Coronavirus hat sich die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens dazu entschieden, alle Gottesdienste und Veranstaltungen bis aus weiteres auszusetzen.
Das betrifft in unserer Kirchgemeinde die Gottesdienste, die Bibelwoche, die regelmäßigen Treffs der Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren.
Der Verzicht auf die Versammlung der Gemeinde ist keine leichte Entscheidung, aber sie entspricht dem Gebot der Nächstenliebe und dient dem gesellschaftlichen Miteinander. Es ist wichtig, dass auch in unserer Kirche ein verantwortlicher Umgang mit der Corona-Pandemie praktiziert wird.

Als Christen sind wir gerufen, die Lebenswirklichkeit der Menschen im Gebet vor Gott zu bringen. Dies geschieht im persönlichen und im gemeinsamen Gebet. Die Glocken unserer Kirche rufen täglich zum Gebet.
Unsere Kirchen sind am Sonntag in der Zeit von 9 – 17 Uhr geöffnet; die Glocken läuten 10 Uhr.
Sie sind eingeladen zur Stille und inneren Sammlung!

Im Kirchenraum finden Sie Bibel- und Gebetstexte.
Bei Beachtung der hygienischen Vorschriften ist für Sie Raum, um für andere und sich selbst zu beten.

Nutzen Sie auch die Möglichkeit der Hörfunk- und Fernsehgottesdienste. Außerdem können Sie den Gottesdienst am Sonntagmorgen auf der Homepage der Landeskirche mitfeiern. Der Livestream ist über die Startseite der www.evlks.de verlinkt.

Folgender Hinweis ist noch weiterzugeben: Die Bestattungen und Trauerfeiern finden wegen der Schutzmaßnahmen vor Infektionen im engsten Familienkreis auf den Friedhöfen, an den Gräbern statt.
Zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr wird ein Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen stattfinden.

Bleiben Sie behütet!
Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. - Psalm 57.3

 
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